Ja, ich bin billig. Ja, ich nehme gerne. Also bin ich konsequenterweise auch der Einladung Microsofts gefolgt, zum Start von Windows7 eine sog. “House Party” zu veranstalten, gibt’s doch für alle Teilnehmer gesponserte Geschenke von Microsoft – und insgeheim hofft da jemand auch auf eine kostenlose Version von Windows 7 Ultimate, frei nach dem Motto: “Das hat schon bei Vista funktioniert, warum also eine bewährte Strategie ändern?”
Möglicherweise habe ich mit der Anmeldung auch einfach ein neues Kapitel Gläserner Maz geschrieben, aber wer billig will bekommt’s eben auch.. Aber ich konnte nicht anders, schließlich sind doch die Teilnahme-Slots begrenzt! ;)
Manche Schwierigkeiten sind vielleicht banal, aber mindestens genauso simpel kann die Lösung sein.. ;)
Problem:
Unter Windows 7 erscheint das Hauptfenster bzw. das Icon des MSN Messengers nicht mehr (wie gewohnt) rechts unten im Systemtray, sondern irgendwo auf der Taskleiste – und schließt man dieses Fenster, wird das Programm geschlossen und man selbst vom (MSN-) Netzwerk abgemeldet. Da hilft kein “Anheften an Taskleiste”, auch kein Stoßgebet. ;)
Lösung:
Für den MSN Messenger den Kompatibilitätsmodus für Windows Vista aktivieren; dazu einfach auf die Verknüpfung im Startmenü (“Start “-> “Alle Programme” -> “Windows Live” -> “Windows Live Messenger”) einen Rechtsklick ausführen und auf die Registerkarte “Kompatibilität” wechseln – und hier lediglich noch den Vista-Modus aktivieren.
Alternativ-Lösung:
Auf den Live Messenger verzichten und gleich etwas ganz ohne Werbung (Miranda IM, Pidgin oder – mit Abstrichen – Trillian) chatten. ;)
Auch wenn viele etwas anderes behaupten oder die dicken Probleme prophezeien: Ein Dualboot (also beide Betriebssysteme auf einem Gerät) funktioniert ohne wirkliches Theater und/oder antrengende Bastelei. Ähnlich wie auch schon zuvor bei Windows Vista ist nur etwas “Handarbeit” notwendig. Im Idealfall hat Windows 7 eine bestehende XP-Installation erkannt und bietet direkt beim Systemstart die Auswahlmöglichkeit an. So jedenfalls die Theorie, auf meinem Notebook wurde der Bootsektor einfach überschrieben und vorbei war’s mit dem schönen XP – dachte ich zunächst.
Benötigte Programme / Dateien:
- EasyBCD (Download, 741 KB):
Das kostenlose (!) Programm “EasyBCD” bietet eine einfache Möglichkeit, den Bootmanager von Vista / Windows 7 zu editieren. Zwar könnte man die gleiche Aufgabe auch mit “bcdedit” aus dem Boardwerkzeug erledigen, aber wer will das schon.. ;)
- boot.ini / ntdect.com / ntldr
Diese Dateien liegen auf der Partition der XP-Installation und sind im Normalfall “versteckt”, also unsichtbar. Über die Option “Extras -> Ordneroptionen -> Ansicht” im Windows-Explorer können diese jedoch wieder sichbar gemacht werden; also alle drei Dateien markieren, kopieren und auf das Boot-Laufwerk der Windows 7-Installation (!) kopieren.
Nach dem Start von EasyBCD auf den Punkt “Add/Remove Entries” klicken, als Typ “Windows NT/2k/XP/2k3″ auswählen und auf “Add Entry” klicken. Das ganze mit “Save” abspeichern und mit “Change Settings” den neuen Eintrag editieren. Bei den “Entry-Based Settings” wird jetzt logischerweise die XP-Partition und mit “Drive” auch der dazugehörige Laufwerkbuchstabe ausgewählt und mit “Save” abgeschlossen.
Voila, das war’s. Wurde die boot.ini von einem “fremden” System kopiert, müssen die Einträge dort natürlich noch angepasst werden. Bei mir liegt XP z.B. auf dem Laufwerk “E:\”, d.h. es wäre das dritte Laufwerk (C = 1, D = 2, E = 3) auf der Festplatte:
[boot loader]
timeout=30
default=multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(3)\WINDOWS
[operating systems]
multi(0)disk(0)rdisk(0)partition(3)\WINDOWS=”Microsoft Windows XP Professional” /noexecute=optin /fastdetect
Vorausgesetzt, am Pfad zu den Systemdateien von Windows wurde nichts geändert (“\WINDOWS\”) sollte es das nun wirklich gewesen sein und beim nächsten Start des Computers stehen beide Auswahlmöglichkeiten a) zur Verfügung und b) sollten auch tatsächlich rennen.. ;)
Da es mit Windows 7 nicht mehr “so” einfach werden wird “mal eben” eine Version vom früheren Arbeitgeber abzugreifen (Stichwort: OEM und SLP 2.1), habe ich mich tatsächlich dazu entschlossen ein Home Premium-Windows für schmale EUR 49,95 im Original als “Vorverkaufsangebot” zu erstehen – allerdings mit einem etwas niederschmetternden Ergebnis:

Dieser Screenshot ist natürlich nur stellvertretend für alle Shops und Anbieter die ich in den letzten 2 Stunden ausprobiert habe. Traurige Angelegenheit, aber ich bleibe am Ball und lasse mich so schnell von keinem 503 dieser Welt von meinem Vorhaben abhalten! ;)
Update:
Offensichtlich hat Microsoft sich einfach nur einen Spaß erlaubt bzw. den Uralt-Marketingtrick der künstlichen Verknappung eines Gutes angewendet: Nach einem Bericht der Hannoverschen Zeitung haben selbst Händler wie Amazon (!) lediglich 1500 Lizenzen zum Weiterverkauf erhalten – vermutlich hätte man diese Anzahl auch beim örtlichen Aldi bis Mittags unter die Leute gebracht. Egal, egal, egal. Ich such’ mir derweil ein anderes Spielzeug und verarschen kann ich mich alleine sowieso viel besser.
Letzte Worte